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Finnische Indologin in München: Lesung von Virpi
Hämeen-Anttila aus ihrem Buch "Das dreizehnte Kind" am 24.3.2009 in der
Buchhandlung in der Au. Komm sofort her - ich habe ein Problem" sagt Joakim seiner Schwester Johanna am Telefon. Er hat sein uneheliches Kind aus St. Petersburg nach Helsinki "zugestellt" bekommen. Er will, dass seine Schwester Johanna seine Verantwortung Eltern zu sein von ihm abnimmt, weil sie schon für ihn die Mutter war. Seine richtige Mutter Tea hat ihre Verantwortung damals auch nicht wahrgenommen sondern ist ins Ausland verschwunden und somit war Johanna dann nicht "nur" die Schwester sondern auch die Mutter für Joakim. Lieben und geliebt-und-nicht-geliebt zu werden und die verschiedenen Formen und Arten der Liebe in vieler Beziehungen, z.B. in der Geschwisterschaft, Kind-Eltern-Beziehung und auch in der Partnerschaft, sind die Kernthemen in dem Buch von Virpi Hämeen-Anttila. Virpi erzählt in Finnisch weiter und die Übersetzerin Meike setzt es um ins Deutsch: Musik spielt eine große Rolle bei Virpi in ihrem Leben und so auch in ihrem Buch. Tea ist eine erfolgreiche Pianistin, Virpi spielt auch Klavier und liebt Musik, vor allem klassische Musik. Eine Pianistin wollte Virpi doch nicht werden, sie hätte mehr Zeit dafür investieren müssen. Nun sie war damals und ist immer noch so vielseitig interessiert und konnte und wollte sich nicht nur für eine Sache, Musik, entscheiden. Virpi ist eine schnelle Schreiberin erfahren wir: Mal war ein Kolumnist ausgefallen und Virpi sollte in 1.5 Tagen 30 Seiten Text schreiben. Virpi schaffte es in einem Tag! Sie schreibt auch Sachbücher zusammen mit ihrem Mann Jaakko Hämeen-Anttila und auch mit ihrer gemeinsamen Tochter. Ein neues Buch von Virpi erscheint im Herbst 2009. Die Ereignisse sind in Finnland und in Europa platziert. Dies weil sie hier aufgewachsen ist und hier sich auskennt. Ihr Interesse für Indien und Ihre Kenntnisse und Wissen kommen im Buch deutlich vor. Virpi erzählt, dass es sie im Indischen fasziniert, dass sie HIER UND JETZT leben, wo wir Europäer entweder der Vergangenheit nachtrauern oder uns Sorgen wegen Morgen machen. Die Tugenden der Buddhismus, u.a. das Mitgefühl, sind stark im Buch präsent. Auch unausstehliche Personen, wie die gefühllose Oma oder die egoistische Mutter Tea werden im Buch geliebt. Es gibt Liebe, die man eben nicht verdienen muss, sondern einfach bekommt. Das dritte indische Element im Buch ist die Üppigkeit. Ihre Bücher sind voll im Gegensatz zu den sonst üblichen eher kargen finnischen Büchern: Viele, viele Personen und viele Handlungen. Knapp zwanzig interessierte Zuhörer durften und haben auch viele Fragen gestellt. Und wir haben u.a. erfahren, dass Virpi gerne Haushaltsarbeiten macht, weil als geistliche Arbeiterin sie ihr Hirn dabei ruhen lassen kann. Beim "nichts tun" bekommt sie neue Ideen. Solche Momente hat sie doch nicht allzu oft, neben Schreiben unterrichtet sie Indologie an der Uni in Helsinki. An ihrer Doktorarbeit ist sie auch parallel dran. Irgendwann muss diese Power-Frau noch Zeit zum Schlafen haben, weil das eben macht sie gerne, so erzählte sie uns. Denn Träume und zu träumen ist wichtig. Von Tuija Komi |
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